Treffen sich Fernando Alonso und Taylor Swift?

Treffen sich Fernando Alonso und Taylor Swift?

Sergio Perez

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(Foto: Alex Pantling/Getty Images)

Zwei Siege in vier Rennen, das weckt alte Begehrlichkeiten und könnte in neue Konflikte münden. Bei Red Bull Racing freuten sie sich jedenfalls, dass auf Sergio Perez Verlass ist. Immer dann, wenn die Strategen, die Technik oder Max Verstappen patzen, muss eine Nummer zwei da sein. Mehr aber darf sie nicht wollen. Der Mexikaner hat sich mit diesem Schicksal arrangiert, aber er akzeptiert es nicht. Und plötzlich ist die Chance für den 33-Jährigen da, den Champion zu überholen. Sechs WM-Pünktchen nur trennen die beiden. „Ich bin zurück im Kampf“, jubelte Perez nach dem zweiten Sieg in Baku innerhalb von 24 Stunden, auch den Sprint hatte er für sich entschieden. In Aserbaidschan durften die beiden in einer eigenen Umlaufbahn kreisenden Red-Bull-Piloten frei gegeneinander fahren, darauf wird Perez auch künftig pochen. „Natürlich will Max den Titel gewinnen. Aber ich will das auch. Wir werden das weiterhin so hart tun, wie wir es nur können“, kündigte der Herausforderer an, und fügte dann wie auswendig gelernt hinzu: „Mit einem hohen Maß an Respekt.“

Max Verstappen

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(Foto: Rudy Carezzevoli/Getty Images)

Es war eine Perspektive, die gewöhnungsbedürftig ist für den Titelverteidiger: das Heck des Spitzenreiters zwar vor sich, aber die Chance, ihn anzugreifen, gering. Ein Boxenstopp kurz vor einer Safety-Car-Phase brachte Max Verstappen früh im Rennen um die Siegchance. Pech, kann passieren? Nicht für einen, der schlecht verlieren kann. Der Niederländer wollte zusammen mit seinem Team nochmal auf die Szene gucken, als sein Landsmann Nyck de Vries den Alpha Tauri in die Bande setzte – und ob die Box nicht gleich hätte sehen müssen, dass der Rennwagen irreparabel beschädigt war. Denn dann wäre es ein Strategiefehler gewesen, nicht abzuwarten, ob das Rennen neutralisiert wird. Allerdings war es Verstappen selbst, der ob seiner abbauenden Reifen auf den Halt gedrängt hatte. Teamchef Christian Horner versuchte gleich nach der Zieldurchfahrt seinen Lieblingsschüler zu beschwichtigen: „Die Saison ist noch lang.“ Der 25-Jährige, der ein ambivalentes Verhältnis zu seinem Teamkollegen Sergio Perez pflegt, setzt auf Aussetzer des Konkurrenten und die eigene Stärke: „Es geht um Kontinuität.“

Sprintrennen

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(Foto: Natalia Kolesnikova/AFP)

Bloß eine Stunde Training für vier verschiedene Herausforderungen – das erst vier Tage vor dem Großen Preis von Aserbaidschan beschlossene neue Format für Sprint-Wochenenden in der Formel 1 macht dem Publikum Spaß, den Beteiligten aber Sorgen. „Das ist kein Racing, das ist Zocken wie im Casino. Mehr was für die Show“, klagte Max Verstappen, der am Samstag im Sprint nur Dritter hinter Sergio Perez and Charles Leclerc geworden war. Am liebsten hätte der Niederländer, dass das eigene Qualifying für den Sprint wieder abgeschafft wird. Verschoben hat sich dadurch tatsächlich wenig. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur hält dagegen: „Jede Session ist ein eigener Wettbewerb. Das bringt eine ganz neue Dynamik mit sich.“ Auch für Verstappen, der sich nach einem Fast-Crash mit George Russell ein Rededuell mit dem Briten lieferte („Schwachkopf“).

Fernando Alonso

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(Foto: Maxim Shemetov/Reuters)

Die Ü30-Fraktion der Formel 1 mit Zweifach-Sieger Sergio Perez und einem Lewis Hamilton auf Platz sechs, der sich trotz eines unglücklich terminierten Boxenstopps wieder nach vorn kämpfen konnte, hat in Aserbaidschan aufgetrumpft. Fernando Alonso, mit 40 der Branchen-Senior, hat es zwar nicht zum vierten Mal in Folge aufs Podium geschafft, aber als Vierter im spanischen Duell immerhin Ferrari-Pilot Carlos Sainz jr. hinter sich lassen können. Er und sein Aston Martin sind weiter für Überraschungen gut, aber das war nicht das große Thema in Baku. Seit in seiner Heimat Gerüchte aufgetaucht sind, Alonso würde sich mit der Sängerin Taylor Swift („Anti-Hero“) treffen, befeuert der Rennfahrer selbst durch kryptische Videos den Hype. Die britischen Fernsehreporter machten sich einen Spaß daraus, in möglichst jede Frage den Titel eines Swift-Songs unterzubringen. Alonso, der sich erst kürzlich von der Servus-TV-Moderatorin Andrea M. Schlager getrennt hatte, blieb stumm.

Esteban Ocon

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(Foto: Mark Thompson/Getty Images)

Die meisten Autos waren schon auf der allerletzten Runde, als der Franzose Esteban Ocon, der 50 Umläufe auf harten Pneus absolviert hatte, in letzter Sekunde zum Pflicht-Boxenstopp abbog. Obwohl ohne große Chancen an einem ohnehin verkorksten Wochenende, wollte er das Rennen zumindest ordentlich abschließen. In dem Moment, als er bei der kurzen Boxeneinfahrt von 300 auf 80 Kilometer pro Stunde herunterbremste, tauchten vor ihm in der schmalen Gasse Menschen in der Fahrspur auf. Fotografen, die sich schon vor dem parc fermé für die Siegerautos aufgestellt hatten. Ocon driftete so weit es geht nach rechts, hektisch sprangen die Reporter und Helfer in Sicherheit – sie hatten nicht mehr damit gerechnet, dass so spät im Rennen noch ein Auto an die Garagen kommt. „Ein verrückter Moment“, sagte der sichtlich erschrockene Franzose, „wenn ich den Bremspunkt nicht richtig erwische, kommt es zu einer Katastrophe. Das hätte schlimm ausgehen können.“

Laurent Mekies

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(Foto: Alex Pantling/Getty Images)

Er trägt das rote Hemd, wie immer. Er sitzt am Ferrari-Kommandostand, wie immer. Er spricht über die Hoffnungen der Scuderia, wie immer. Aber der Große Preis von Aserbaidschan könnte der letzte gewesen sein, bei dem Laurent Mekies die Nummer zwei hinter Teamchef Frederic Vasseur war. Der 46 Jahre alte Franzose soll zum Saisonende den Job des Österreichers Franz Tost (67) bei Alpha Tauri übernehmen. Jenem kleinen italienischen Rennstall, bei dem Mekies als junger Ingenieur vor zwei Jahrzehnten schon war, als das Team noch Minardi hieß. Verkündet ist der Wechsel schon, sicher noch nicht. Mekies soll einen Vertrag bis 2025 haben, dazu käme ein Jahr Sperrfrist. Jetzt wird verhandelt. Ferrari könnte im Gegenzug die Freigabe von Red-Bull-Technikern fordern, Alpha Tauri gehört ja ebenfalls zum Getränkekonzern.

Mohammed Ben Sulayem

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(Foto: Mark Thompson/Getty Images)

Die Formel 1 bleibt Aserbaidschan und den fossilen Millionen treu und fährt bis 2026 im Reiche des Präsidenten Aliyevs. Und weil man sich so gut versteht auf dieser Ebene, werden auch die Weltmeister aller Klassen bei der Gala des Automobilweltverbandes FIA in diesem Dezember in Baku geehrt werden. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem (im Bild oben rechts) schritt dementsprechend stolz und gelassen durch die Startaufstellung. Doch der 61-Jährige aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat in seinem Verband reichlich Ärger. Diesmal geht es nicht um Dispute mit dem Formel-1-Management, dass sich eine Einmischung in die wirtschaftlichen Belange der Serie verbeten hat, sondern um Mobbing- und Sexismus-Vorwürfe. Erhoben wurden sie laut dem britischen Telegraph von Shaila-Ann Rao, der ehemaligen Interims-Generalsekretärin der FIA. Die Juristin, die zuvor für den Mercedes-Rennstall gearbeitet hatte, beklagte den Umgang mit ihrer Beschwerde. Der Weltverband hingegen spricht von einem „ordnungsgemäßen Verfahren mit einer gütlichen Verhandlung“.

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